
Stripe ändert die Preise: Premium-Karten werden ab 21. Oktober 2026 teurer, Radar kostet ab 2027 extra. Wir zeigen, was das kostet – und mit welchen drei Hebeln ihr eure Zahlungskosten senkt.
Stripe hat gerade zwei Preisänderungen angekündigt – und beide treffen fast jeden, der Stripe für Zahlungen nutzt, nur unterschiedlich stark. Die eine betrifft die Kartengebühren im EWR ab dem 21. Oktober 2026. Die andere macht die Betrugsprävention Radar ab Anfang 2027 kostenpflichtig.
Wir haben die Mitteilung für euch eingeordnet: Was sich genau ändert, was es an einem typischen Shop konkret kostet – und mit welchen drei Hebeln ihr eure Zahlungskosten trotzdem senkt.
Stripe passt die Preise nach Kartentyp an, „um die Kosten der verschiedenen Kartentypen besser widerzuspiegeln". Die wichtigste Nachricht zuerst – und es ist eine beruhigende: An den inländischen Standardkarten, die bei den meisten Unternehmen den Großteil des Volumens ausmachen, ändert sich nichts.
| Kartentyp | Bisher | Ab 21.10.2026 |
|---|---|---|
| Premium-Karten (EWR) | 1,9 % + 0,25 € | 2,8 % + 0,25 € |
| Internationale Karten | 3,25 % + 0,25 € | 3,15 % + 0,25 € |
| Standard-Inlandskarten | unverändert | unverändert |
Der Aufschlag trifft also gezielt Premium-Karten – dazu zählen viele Business-, Corporate- und Rewards-Kreditkarten, die von Haus aus höhere Interbankenentgelte tragen. Statt 1,9 % werden künftig 2,8 % fällig, plus die unveränderten 0,25 € pro Zahlung. Ein Plus von 0,9 Prozentpunkten. Diese Änderung gilt ausdrücklich auch für Link.
Immerhin: In die andere Richtung geht es bei internationalen Karten – die werden von 3,25 % auf 3,15 % leicht günstiger.
Die zweite Änderung betrifft Radar, Stripes Betrugsprävention. Bisher war die Basisabsicherung kostenlos mit dabei. Stripe führt jetzt vier Stufen ein – Lite, Standard, Plus und Pro – und stellt die Preise um.
Die wichtigsten Radar-Daten
Eure bisherige Version entspricht am ehesten Radar Standard. Ihr bekommt ab sofort eine kostenlose Testphase – nach deren Ende am 22. Januar 2027 werden 0,05 € pro geprüfter Transaktion fällig. Wer kostenlos bleiben will, wechselt im Dashboard mit einem Klick auf Radar Lite.
Der Unterschied kurz erklärt: Radar Lite bietet den grundlegenden Betrugsschutz für Kartenzahlungen und bleibt ohne Zusatzkosten in der Zahlungsabwicklung enthalten. Radar Standard geht darüber hinaus – umfassenderer Schutz über alle Zahlungsmethoden plus Betrugsanalysen. Die Stufen Plus und Pro ergänzen erweiterte Funktionen wie benutzerdefinierte Regeln und Adaptive 3D Secure.
0,05 € pro Transaktion klingt nach wenig. Bei 5.000 Transaktionen im Monat sind das aber 250 € monatlich – 3.000 € im Jahr, die vorher nicht anfielen. Genau deshalb lohnt die bewusste Entscheidung: Braucht ihr wirklich Standard, oder reicht Lite?
Rechnen wir es an einem typischen Shop durch. Annahme: 1.000 Kartenzahlungen im Monat, durchschnittlicher Warenkorb 80 €, davon 20 % über Premium-Karten.

Je höher euer Premium-Kartenanteil und euer Transaktionsvolumen, desto größer der Effekt. Genau deshalb lohnt jetzt ein Blick auf den Zahlungsmix.
Stripe selbst nennt den wirksamsten Hebel: kartenfreie Zahlarten über Checkout aktivieren. Zwei lohnen sich im deutschen Markt besonders:
Ein Beispiel macht den Unterschied greifbar: Eine Zahlung über 400 € kostet per Premium-Karte künftig 400 × 2,8 % + 0,25 € = 11,45 €. Per SEPA-Lastschrift sind es 0,35 €, per Banküberweisung dank Deckel maximal 5,00 €. Gerade bei wiederkehrenden Zahlungen summiert sich das über ein Jahr erheblich.

Prüft, ob ihr wirklich Radar Standard braucht oder ob Lite reicht. Für Shops mit geringem Betrugsrisiko und überschaubarem Volumen spart der Wechsel auf Lite die 0,05 € pro Transaktion komplett. Wer dagegen viel internationales oder Abo-Geschäft hat, fährt mit dem erweiterten Schutz oft günstiger als mit den Rückbuchungen, die er sonst kassiert. Das ist eine Rechnung, keine Bauchentscheidung.
In eurem Stripe-Dashboard seht ihr, welcher Anteil eures Volumens über Premium-Karten läuft. Wer diesen Anteil kennt, kann gezielt gegensteuern – etwa indem günstigere Zahlarten prominenter im Checkout platziert werden.
Als Stripe-Agentur richten wir genau solche Setups ein: den optimalen Zahlungsmix im Checkout, SEPA-Lastschrift und Banküberweisung sauber integriert, Radar passend konfiguriert und die Gebühren korrekt in eure Buchhaltung übergeleitet.
Wenn ihr wissen wollt, wo ihr konkret spart, schauen wir uns euer Setup an. Mehr zu unserer Arbeit findet ihr auf Stripe-Integration, speziell zu Checkout & Zahlarten und Abrechnung & Billing. Für kartenfreie Alternativen: Forderungsmanagement und Ratenzahlung. Und wie die Gebühren sauber in die Buchhaltung kommen, zeigt der DATEV-Export.
Ob Stripe für euch überhaupt der richtige Anbieter ist, haben wir in Stripe vs. PayPal verglichen. Und wenn ihr direkt loslegen wollt: Projekt besprechen oder euer Stripe-Setup konfigurieren.
Alle Angaben nach der offiziellen Stripe-Mitteilung. Details: Stripe Pricing Announcements.
Wolfgang Müller
CEO & Fullstack-Developer
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