Zum Hauptinhalt springen

Shopsystem-Vergleich · Unabhängig eingeordnet

Shopware vs. Shopify: Welches Shopsystem passt zu Ihrem Unternehmen?

Beide Systeme sind exzellent — für unterschiedliche Unternehmen. Wir bauen beruflich mit Shopware und mit Headless-Stacks, kennen aber auch die Fälle, in denen Shopify schlicht die klügere Wahl ist. Hier ist der Vergleich, den wir uns selbst gewünscht hätten: Kosten, Compliance, B2B, Checkout und Lock-in — ohne Verkäufer- Brille.

Grundlagen

Die Systeme im Überblick

Zwei Philosophien: offene Plattform mit voller Kontrolle gegen schlüsselfertiges SaaS mit maximalem Komfort.

Shopware 6

Open Source + Cloud

Shopware kommt aus Schöppingen in Nordrhein-Westfalen und ist das führende Shopsystem im deutschsprachigen Raum. Shopware 6 ist von Grund auf API-first gebaut, weitgehend quelloffen und läuft self-hosted, bei einem Hoster eurer Wahl oder als Shopware-Cloud. Die Lizenz staffelt sich nach Jahresumsatz — die Community Edition ist bis 1 Mio. € GMV kostenlos, darüber greifen die Pläne Rise, Evolve und Beyond.

  • Voller Quellcode-Zugriff, eigene Plugins & Apps
  • B2B, Rule Builder und komplexe Preislogik nativ
  • Hosting & Daten bleiben unter eurer Kontrolle

Shopify

SaaS aus Kanada

Shopify aus Ottawa ist die weltweit meistgenutzte Commerce-Plattform — ein reines SaaS: Ihr mietet den Shop, Shopify betreibt Infrastruktur, Sicherheit und Updates. Vom Basic-Abo für Einsteiger bis Shopify Plus für Enterprise-Volumen skaliert die Plattform zuverlässig, das App-Ökosystem ist das größte am Markt. Der Preis dafür: weniger Kontrolle über Checkout, Daten und Kostenstruktur.

  • In Tagen startklar, Betrieb komplett beim Anbieter
  • Riesiges App- und Theme-Ökosystem
  • Plus-Tarif für internationales B2C mit hohem Volumen

Kriterium für Kriterium

Der direkte Vergleich

14 Kriterien, die in echten Projekten den Unterschied machen — von der Kostenstruktur über deutsche Compliance bis zum Vendor-Lock-in.

Direkter Vergleich: Shopware 6 vs. Shopify nach 14 Kriterien
KriteriumShopware 6Shopify
KostenmodellOpen Source + Lizenz nach Jahresumsatz (CE bis 1 Mio. € GMV kostenlos)Monatsabo, bei Plus zusätzlich umsatzabhängige Komponente
Transaktionsgebührenkeine — Payment-Anbieter frei wählbarzusätzliche Gebühr pro Verkauf ohne Shopify Payments
Hosting & DatenhoheitSelf-Hosting oder Cloud — auch in Deutschland/EUnur SaaS, Infrastruktur liegt bei Shopify
DSGVO & Datenschutzvolle Kontrolle, EU-Hosting nativ möglichAVV vorhanden, aber Abhängigkeit vom US-Anbieter
B2B-Funktionennativ stark: Preise, Rollen, Freigaben, Firmenkontennur mit Shopify Plus, Funktionsumfang begrenzt
Individualisierbarkeitvoller Quellcode, eigene Plugins & AppsThemes & Apps, Kern bleibt geschlossen
Checkout-Anpassbarkeitfrei anpassbar bis in die Preislogikstark eingeschränkt, mehr Spielraum erst mit Plus
Payment-Anbieterfreie Wahl — z. B. Stripe, SEPA, RechnungskaufShopify Payments bevorzugt, Fremd-PSP kostet extra
E-Rechnung & DATEVsauber integrierbar (ZUGFeRD/XRechnung, DATEV-Export)nur über Dritt-Apps, kein deutscher Standard im Kern
BFSG-Barrierefreiheitvolle Kontrolle über Theme & Storefront-Codeabhängig von Theme- und App-Anbietern
Mehrsprachigkeit & Multi-StoreSales Channels, Domains & Sprachen in einer InstanzShopify Markets, echte Multi-Stores = mehrere Abos
App-/Plugin-Ökosystemgroß, stark auf DACH-Anforderungen fokussiertsehr groß, international ausgerichtet
Performance & HeadlessAPI-first, Store API für Headless-Frontends nativsolide SaaS-Performance, Headless via Storefront API
Vendor-Lock-ingering — Open Source, Daten & Code gehören euchhoch — proprietäre Plattform, Wechsel aufwändig

TCO statt Listenpreis

Kosten realistisch gerechnet

Der Abo-Preis ist nur die Spitze: Bei Shopify skalieren Apps, Transaktionsgebühren und die Plus-Umsatzbeteiligung mit dem Erfolg — bei Shopware stecken die Kosten in Setup, Lizenz und Betrieb. Drei typische Szenarien, ehrlich eingeordnet.

Start-up-Shop

B2C, Standard-Sortiment, bis ca. 500.000 € Jahresumsatz, kein ERP, keine Sonderlogik.

Shopify
Abo ab ca. 40–110 €/Monat plus Apps — mit Template in Tagen live. Realistisch wenige tausend Euro im ersten Jahr.
Shopware
Community Edition lizenzkostenfrei, aber Hosting plus professionelles Setup — meist ab 15.000 € im ersten Jahr.

Shopify meist die pragmatischere Wahl

Wachsender Mittelstand

1–10 Mio. € Umsatz, ERP-Anbindung, mehrere Märkte, individuelle Prozesse im Checkout.

Shopify
Advanced oder Plus, App-Stack wächst mit (oft 300–1.000 €+/Monat), dazu Transaktionsgebühren bzw. Umsatzbeteiligung — die Rechnung skaliert mit eurem Erfolg.
Shopware
Rise/Evolve-Lizenz plus Hosting und Weiterentwicklung — höhere Fixkosten, aber planbar und ohne Beteiligung am Umsatz.

Kippt mit dem Wachstum Richtung Shopware

B2B-Commerce

Kundenindividuelle Preise, Staffeln, Freigabe-Workflows, Firmenkonten, enge ERP-Verzahnung.

Shopify
Shopify Plus ist Pflicht (ab ca. 2.300 USD/Monat), die B2B-Funktionen sind jung — vieles läuft über Apps und Workarounds.
Shopware
B2B ist Kernstärke: Preise, Rollen, Budgets und Freigaben nativ — die Lizenz kostet, spart aber teure Sonderlösungen.

Shopware klar vorn

Alle Angaben sind gerundete Erfahrungswerte (Stand Juli 2026) und ersetzen kein individuelles Angebot — Listenpreise der Anbieter ändern sich regelmäßig. Eine belastbare TCO-Rechnung für euer Szenario erstellen wir im Erstgespräch.

Ehrlich bleibt ehrlich

Wann Shopify die richtige Wahl ist

Ja, wir sind Shopware-Spezialisten — und trotzdem gibt es Fälle, in denen wir klar zu Shopify raten. Diese hier:

  • Ihr wollt in Tagen live gehen

    Template auswählen, Produkte anlegen, verkaufen — kein anderes System bringt einen einfachen B2C-Shop schneller an den Start.

  • Standard-Sortiment ohne Sonderlogik

    Wenige hundert Produkte, feste Preise, klassischer Warenkorb: Der Shopify-Standard deckt das ohne eine Zeile Code ab.

  • Kein eigenes Tech-Team, kein Agentur-Budget

    Updates, Sicherheit, Skalierung — alles liegt beim Anbieter. Ihr kümmert euch nur ums Verkaufen.

  • D2C-Brand mit internationalem Fokus

    Shopify Markets, das riesige App-Ökosystem und die Social-Commerce-Anbindungen spielen international ihre Stärken aus.

  • Ihr testet erst mal ein Geschäftsmodell

    Für einen MVP-Shop mit unsicherem Ausgang ist ein kündbares SaaS-Abo die risikoärmere Investition als ein Individual-Projekt.

Heimspiel Deutschland

Wann Shopware gewinnt

Überall dort, wo deutsche Realität auf den Shop trifft: B2B, Compliance, Buchhaltung und Prozesse, die kein SaaS-Standard abbildet.

  • B2B mit komplexer Preislogik

    Kundenindividuelle Preise, Staffeln, Angebote, Freigabe-Workflows und Firmenkonten bildet Shopware nativ ab — bei Shopify wird genau das zur App- und Workaround-Sammlung.

  • Datenhoheit & DSGVO ohne Kompromisse

    Self-Hosting in Deutschland, volle Kontrolle über Kundendaten, keine Abhängigkeit von US-Infrastruktur — für datensensible Branchen oft die Grundvoraussetzung.

  • Deutsche Compliance: E-Rechnung, GoBD, DATEV

    Seit der E-Rechnungspflicht müssen B2B-Rechnungen strukturiert vorliegen. In Shopware lässt sich das sauber integrieren — inklusive DATEV-Export in die Buchhaltung.

  • Freie Payment-Wahl statt Zwangs-PSP

    Stripe, SEPA-Lastschrift, Rechnungskauf, Ratenzahlung — ihr wählt den Payment-Stack, der zu eurem Geschäft passt, ohne Strafgebühr für Fremdanbieter.

  • Individueller Checkout & eigene Prozesse

    Konfiguratoren, Sonderbestellungen, Angebotsanfragen, ERP-getriebene Verfügbarkeiten: Wo der Checkout vom Standard abweicht, braucht ihr den vollen Quellcode-Zugriff.

Jenseits des Entweder-oder

Die dritte Option: Composable Commerce

Ab einer gewissen Komplexität ist die Frage nicht mehr „Shopware oder Shopify“, sondern: Welcher Baustein übernimmt welche Aufgabe? Bei Composable Commerce werden Shop-Engine, CMS, Suche, Payments und Frontend zu einem Stack aus Best-of-Breed-Komponenten kombiniert — verbunden über APIs, einzeln austauschbar.

Typische Auslöser: mehrere Touchpoints (Web, App, Marktplätze, POS), hohe Individualität im Frontend, starkes Wachstum oder ein Monolith, der zur Bremse geworden ist. Shopware kann darin als Commerce-Engine weiterlaufen — das Frontend wird headless mit Next.js gebaut.

Composable Commerce verstehen
  • Wenn beides zu klein gedacht ist

    Mehrere Länder, Marken oder Kanäle aus einem System — mit einem Standard-Setup wird das schnell zäh.

  • Wenn das Frontend den Unterschied macht

    Headless-Storefront mit Next.js: Sub-Sekunden-Ladezeiten und volle Designfreiheit, egal welche Engine dahinter arbeitet.

  • Wenn ihr euch nicht festlegen wollt

    Jeder Baustein bleibt austauschbar — die Architektur überlebt den nächsten Plattform-Wechsel.

Wenn die Entscheidung schon gefallen ist

Migration: der Wechsel in beide Richtungen

Ein Systemwechsel ist kein Neuanfang bei null — Produkte, Kunden, Bestellungen und Rankings ziehen mit um. Entscheidend ist das Redirect- und Datenkonzept.

Shopify → Shopware

Der häufigste Fall bei uns: Der Shop ist dem SaaS-Korsett entwachsen — B2B-Anforderungen, Compliance oder die wachsende Gebührenrechnung geben den Ausschlag. Produkte, Kunden und Bestellungen werden migriert, URLs per Redirect-Konzept abgesichert, damit Rankings erhalten bleiben.

Shopware → Shopify

Auch das gibt es — etwa wenn ein überdimensioniertes Shopware-Setup mehr Pflege kostet, als das Geschäft trägt, und der Standard völlig reicht. Wir sagen ehrlich, wenn Downsizing die bessere Entscheidung ist, und begleiten den Umzug genauso sauber.

Ihr plant konkret den Umstieg? Auf Shopify-Migration beschreiben wir den Ablauf im Detail — von der Datenübernahme bis zum Redirect-Konzept, das eure Rankings schützt.

Häufige Fragen zu Shopware vs. Shopify

Unabhängige Shopsystem-Beratung

30 Minuten mit einem Senior-Engineer: Wir schauen auf Sortiment, Prozesse und Budget — und sagen ehrlich, ob Shopware, Shopify oder Composable zu euch passt. Auch wenn die Antwort nicht unser Auftrag wird.